Freitag, 20. Juli 2018

Ugali und die Kokosnuss


Nach einer langen Reise (3 Flugzeuge: eines flog von Wien nach Addis, das 2. Addis nach Nairobi, und dann schlussendlich nach Ukunda) freut man sich auf einen freundlichen Abholdienst namens Jenzen, der Administrator des Waisenhauses. Man freut sich auch auf das Ziel, im Amadeus children's home anzukommen, Gepäck auszupacken und die schöne Unterkunft zu beziehen. Auch freut man sich auf die bekannten Gesichter : die Kinder  die vor 7 Jahren noch Babys waren, und Jugendliche  die vor 7 Jahren noch Kinder waren. Ein paar wenige nannies und Gärtner, die noch immer hier arbeiten, erinnerten sich an mich und es gab ein herzliches Wiedersehen. Ja, man freut sich über sehr vieles nach einer solchen Reise und nach so vielen Jahren der Absenz.... Doch dann setzt man sich an den Abendessenstisch und es friert einem das Gesicht ein : es gibt ugali mit schwarzem Wurzelgemüse.... Wenn ich vielleicht noch den Anflug eines Appetites hatte, so verflog er in der Sekunde. Umso mehr liebte ich mein Kind, das ohne die Wimpern zu zucken, einen kleinen Teller davon aß und die anderen Kinder dabei anlächelte und sich somit sofort Freunde schaffte...Ossi war allein deshalb so happy, da er mit Fingern essen musste - etwas, das er schon lange nicht mehr machen durfte.... 😊

Am nächsten Morgen wollte Ossi auf Entdeckungsreise gehen. Er lief auf und ab im großen Amadeus Garten und sammelte alles, was ihm fremd vorkam. Ich stapfte hinterher und mir kam auch vieles anders vor : alles, das vor 7 Jahren gerade angepflanzt worden war, ist jetzt groß und mächtig.
Amadeus home versorgt sich selber mit einem großen Garten, wo alles wächst und gedeiht. Außerdem gibt es Hühner, Hasen und Ziegen, die zu besonderen Anlässen geschlachtet werden. Die Gärtner sind mächtig stolz auf sich!




Um eine Erfrischung zu nehmen, klettere man leichtfüßig auf eine Kokospalme und pflücke bitteschön eine Kokosnuss und bereite sie auf und trinke sie :hervorragend !!





Da die Waisenkinder noch den ganzen Juli über Schule haben, wollte ich ein paar wenige Juli Tage am diani beach verbringen  im diani marine, dem sehr gemütlichen Hotel, wo ich schon in der Vergangenheit öfters war. Da sind wir nun bis Sonntag und genießen den weißen Strand - so gut man kann ... Man kann ihn nämlich nicht sehr genießen: kaum setzt man einen Fuß an den Strand, so wird man von unzähligen Geschäftemachern verfolgt. Tja, und schon war ich ein williges Opfer : wir kauften einem Masai einen Masaistoff ab, der meinem halbafrikanischen Sohn selbstredend hervorragend steht.

Eigentlich hatte ich ja meine Frisörin, die mir schon vor 7 Jahren die Raster einflochtete, gesucht... Und ja, genau dort, wo sie immer war, war sie auch. Es war ein bisschen wie im Film. Es saßen viele Menschen dort herum und, da für Weiße alle Schwarzen gleich aussehen, musste ich schon nahe zu den Menschen hingehen. Alle schauten schon ganz verwundert und ein bißchen genervt, bis ich auf einmal sie sah und sie sah mich! Eine Umarmung folgte der nächsten und im nächsten Augenblick hatten wir auch schon einen Termin ausgemacht : Ossi bekam sie auch, die Rasterzöpfe.... 😃



Am Abend hüpft mein Sohn noch gerne in den Pool, bevor um 18.30h die Sonne blitzschnell untergeht. Man geht hier aber gerne früh schlafen, denn man steht auch gerne früh auf... besonders  wenn man etwas Schönes vorhat : eine Fahrt zur Robinson Insel👍



Der Treffpunkt war 10.30h. Es wurde dann aber 13.30h...ein klassisches Beispiel von "die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit". Schon allein das Ausmachen des Zeitpunkts ließ mich durchatmen und ich erinnerte mich, dass ich mich ja entschleunigen wollte und versuchte die vagen Angaben einfach so hinzunehmen und einfach die Zeit zu genießen : im Hier und Jetzt. 😍

Die Fahrt in einem gelben Glasbodenboot war dann aber wirklich schön und machte uns großen Spaß! ! Ossi durfte Seesterne halten und wir schnorchelten um die seichte Sandbank herum. Alles war wunderbar :das glasklare Wasser, die Sonne,  der Sand zwischen den Zehen und alle Menschen, die uns begleiteten. Sie sangen mit Ossi, der natürlich keine Berührungsängste kennt, ein Swahili Lied, das Ossi in und auswendig kennt, und schon so manche zurück in Wien in den Wahnsinn getrieben hat. Hier aber passt es und jeder schließt ihn sofort ins Herz :




"jambo, jambo bwana,
OHabari gani, misuri sana, 
Wageni wakari bischwa, 
Kenya yetu, hakuna matata, 
Hakuna matata "