Dienstag, 26. Juli 2022

Amadeus - Seilschaftsphase completed

Und so ging auch dieser Aufenthalt zu Ende und die Abreise stand bevor. So schöne, berührende Momente darf ich mit nach Hause nehmen, so viele unterschiedliche Menschen habe ich kennenlernen dürfen, so viele lustige und abenteuerliche Geschichten durften mir wiederfahren... All das nährt meine Seele und macht mich sehr zufrieden.

Da in diesem Jahr auch Freunde mit waren, wurde es mir noch viel mehr bewusst, wie sehr verwurzelt ich schon in Ukunda bin, wieviele Leute ich schon kenne, was ich Vorort alles weiß und auch wieviel Swahili ich schon kann. Ich kenne die Wege, die man ohne Vorkenntnisse nicht kennen kann, ich kenne auch einige Menschen, die am Weg leben und kann sie grüßen, wenn ich vorbei fahre. Kurzum, Ukunda und vor allem Amadeus ist für mich ein zweites Zuhause. 

Die Kinder waren glücklich - und das ist die Hauptsache: Yoga, Laufen, Lesen, Drama, Physio-Checkups, Rugby, Fußball, Quatschen...sowie unsere "Happy-Together" Party, als Miriam, Chimera und Asha auch nach Hause für das Wochenende durften... - all das kreierte eine harmonische Atmosphäre mit viel Lachen und wunderschönen Momenten! Allen, Amy und Obama verbrachten mit mir einen Nachmittag allein; sie sind Findelkinder und haben keine Verwandte, wo sie - wie alle anderen - einmal pro Jahr auf Besuch fahren können. Deshalb verbringe ich mit ihnen exklusiv einen Tag und verwöhne sie mit Aufmerksamkeit. Da an diesem Nachmittag gerade Flut war, konnten wir nicht ins Meer. Der indische Ozean spasst nämlich nicht mit seinen Gezeiten: wer hier lebt, kennt den Unterschied zwischen Ozean und Meer... Der Ozean hier ist eine Urgewalt und lädt nicht immer zum Schwimmen ein. Auf jeden Fall verbrachten wir den Nachmittag gemütlich im Swimming Pool, gingen dann in ein Restaurant essen und zum Abschluß durften sich die Kinder noch Gewand in einem schmucken Geschäft - wo sonst nur Weiße hingehen - aussuchen!

Abschließend führte ich mit Matron noch getrennte Gespräche mit den Mädels und mit den Jungs. Es wären ja keine Kinder, wenn es nicht auch Verhaltensauffälligkeiten gäbe... Ein paar Jungs schalten auf taub, wenn es um Küchen- und Wäschedienst geht - hier hakte ich dann nochmal nach. Ein paar Mädels hängen vor dem Computer herum, obwohl sie noch nicht die Hausaufgaben fertig haben - auch da hakte ich nochmal nach. Aber das Ganze hält sich ziemlich in Grenzen. Trotzdem, Giulio und ich haben den Kindern neue Uhren gekauft und sie der Matron übergeben mit folgender Auflage für die Kinder: die Matron bestimmt, wer wann die Uhr bekommt. Sobald die Kinder sich verlässlich zeigen, ihre Hausaufgaben ordentlich erledigen und auch beim Haushalt mithelfen, bekommen ihre Uhren sofort. Wir hoffen, hier einen Anreiz geschafft zu haben!

Giulio bekam viele berührende Briefe von den Kindern - sie haben ihn sehr ins Herz geschlossen: "Bitte komm bald wieder; wir lieben dich! Danke, dass du für uns da warst!!" - so lesen sich diese Notizen, die auch Giulio sehr berühren und ihn nachdenklich stimmen, ob er sich nicht auch nächsten Juli für die Kinder wieder Zeit nimmt. Ich erinnere mich, als ich solche Briefe von den Kindern bekam... Das war am Beginn meiner Zeit im Amadeus. Ich bin stolz, nicht mehr solche Briefe zu bekommen; denn sie zeigen eines ganz klar: ich bin eine fixe Bezugsperson; die Kinder wissen, ich komme jedes Jahr - sie könnnen sich hundertprozentig auf mich verlassen. In der Psychologie beschreibt man dieser Vertrauensprozess als Seilschaftsphase: wenn Kinder in eine andere Obhut gelangen und somit neue Bezugspersonen bekommen, so dauert es lange, bis die Kinder ihre Scheu ablegen und sich trauen, auch frech daheim zu sein. Zu groß ist die Angst, dass sie wieder verlassen werden, wenn sie nicht "brav" sind. Erst wenn sich die Erwachsenen das volle Vertrauen des Kindes oder der Kinder verdient haben, dann trauen die Kinder sich auch authentisch zu zeigen, da sie wissen, dass dieses Seil zwischen ihnen und den Eltern auch bei starker Belastung nie reißen wird. Und so ist es auch bei meinen Amadeus-Kindern: das Seil zwischen uns wird nie reißen. Ich bin präsent und brauche keine flehenden Bitten, damit ich im Juli wieder komme - ich komme ...so oder so. 

Zum Abschied unterschrieben alle Kinder auf Giulios T-Shirt, das nun einen unbeschreiblichen Wert hat und sich stolz in Turin befindet:


 

Tutaonana July 2023! (See you in July 2023)

Samstag, 23. Juli 2022

Ukunda - Diani: differenziert komplementär

Unser Kinderheim befindet sich in Ukunda, ein Küstenort in Kenia. Er liegt im Kwale County etwa 30 Kilometer südlich von Mombasa an der Transitstraße A14 Mombasa – Lunga Lunga Main Road nach Tansania. Das Straßennetz in Ukunda gliedert sich simple: durch die Stadt Ukunda geht die Hauptstrasse Lunga Lunga Road und parallel dazu gibt es eine weitere Hauptstrasse direkt an der Küste names Beach Road. Das sind asphaltierte Strassen, die meisten anderen Strassen - wenn sie überhaupt einen solchen Namen verdienen sind unebener Erdboden, namenslos. Es ist auch deshalb unmöglich für Weltenlieferant "Amazon" sich in Afrika zu etablieren, da es schlicht und ergreifend keine Adressen gibt, bzw keine Strassennamen, die den Trasportweg guarantieren könnten - das ist aber (so meine ich) kein Nachteil für Afrika, wenn es von Amazon (noch) verschont bleibt. Kurzum, Amadeus liegt zwischen Lunga Lunga Road und Beach Road - mitten im Busch, sozusagen. Wer den Weg mit dem Auto dorthin nicht kennt, hat Pech gehabt. Auch den Pikipiki (Motorrad-Taxi) Fahrern muss man den Weg ansagen - zu versteckt liegt Amadeus, als dass man es leicht finden könnte. Hier auf dieser Karte könnt ihr sehen, wo Amadeus liegt...

Egal ob man von Lunga Lunga Road oder Beach Road kommt, biegt man in Ruppelpisten von Wegen ein. Kaum ein Auto fährt dort, weil die Leute keine Autos haben...wozu also Strassen? Wenn es Regengüsse gibt, hat man Schwierigkeiten aus den Schlammlöchern zu kommen - Autofahren kann man es sowieso nicht nennen, eher Navigieren eines Vehikels, das einen starken Motor haben muss. Einen Abend hatte ich ein Mitarbeitergespräch ausgemacht, das ich atmosphärisch außerhalb von Amadeus abhalten wollte. Und so wollte ich mir mit unserem Mitarbeiter einen Treffpunkt ausmachen. Er meinte zu mir: "Wenn du vom Amadeus wegfährst, so ist es beim Baumstamm vorbei, rechts, und nach dem dritten Mangobaum links - da steh ich und warte auf dich." - Aha....Nur ist es nach 18h dunkel und es ist schwierig in der Dunkelheit Mangobäume zu zählen...denn Strassenlicht gibt es nicht.

Die zwei Hauptstrassen (Lunga Lunga & Beach Road) sind nicht nur zwei asphaltierte Strassen, sie sind auch zwei Strassen zweier komplett unterschiedlicher Welten. Die Lunga Lunga Road geht durch Ukunda - die Stadt der Kenyaner. Die Beach Road streckt sich entlang der Küste; dieser Teil nennt sich Diani - die Kleinstadt der Europäer. Apartheit? Nicht erzwungen, aber doch...da Diani einfach sehr teuer ist ... Es ist ja auch nicht verwunderlich, warum sich im Wiener Döblingbezirk kaum Ausländerfamilien niederlassen - Geld und Eigentumspreise bestimmen das Klienteel: eh klar. So auch in Kenya.

In Ukunda, in zahlreichen engen Gassen, wo sich ein kleiner Laden neben dem nächsten drängt, in mitten von Schlammpfützen, steinigen Wegen, kann man alles kaufen, was man im Leben so braucht - ohne eurpäischen Schnickschnack. Afrikanische Stoffe aus 100% fester, guter Baumwolle, mit afrikanischen einzigartigen Mustern und schillernden Farben. Warum wir uns mit H&M und C&A begnügen müssen, wenn es dort großartiges Material gibt..., ist schier unverständlich. Man kauft sich einen Stoff, geht um die Ecke zur Schneiderin oder Schneider und lässt sich etwas schneidern. In weniger als 2 Tagen kann man es abholen. Kostenpreis? - 8 Euro ein Kleid, 12 Euro ein Anzug...

In diesem Geschäft kauften wir dieses Jahr recht viele Stoffe. Der anmutende Wasserfall, der auf dem Foto zu sehen ist, resultierte von einem Regenguss, der gerade stattfand. Die weiteren Fotos geben Einblick in das "shopping Areal" von Ukunda.




Bei diesem Schneider ließen sich Giulio und Ossi einige Kleidungsstücke schneidern. Diese Dienstleistung ließ ein wenig auf sich warten... "Pole pole" ist schließlich das kenyanische Motte: "langsam, langsam".


Bei dieser Schneiderin hatten wir einen Glücksgriff gemacht: präzise, schnell, ordentlich und sogar noch günstigere Preise - wir gaben ihr aber ordentlich Trinkgeld dazu, was ihr Gesicht zum Strahlen brachte. Nächstes Jahr werden wir wieder zu ihr kommen.

Insgesamt fiel mir in diesem Jahr auf, dass mich nur Männer angebettelt haben - alle haben sie Krankheitsgeschichten zu erzählen und viele Kinder, die sie nicht ernähren können. Frauen jedoch haben mich nie angebettelt; wenn mich Frauen ansprachen, so um mich zu fragen, ob ich jemanden kenne, der Arbeit für sie hat. Frauen haben da vielmehr Anstand und Hemmschwellen - Männer, wie auch in der europäischen Welt, haben da keine Berührungsängste; Hauptsache, sie bekommen, was sie wollen: Geld. Giulio ließ sich in ein Gespräch mit einem solchen Mann verwickeln und bot ihm letztlich an, für ihn Nahrungsmitteln zu kaufen: Mehl, Zucker, Reis, Wasser, Brot. Schön und gut...jedoch während Giulio noch im Geschäftslokal war, bildete sich schon eine Schlange anderer Männer, die auch Nahrungsmittel von ihm wollten. Auf jeden Fall hatten wir beschlossen, das nächste Mal sollen die Männer ihre Frauen holen; die wissen sicher besser, welche Lebensmittel sie brauchen. Ich kann mir nämlich - leider - auch vorstellen, dass sie an der nächste Ecke diese Lebensmittel verkaufen, um Geld für Drogen zu bekommen. 

In Ukunda sieht man quasi keine Weißen; als Europäer hält man sich in Diani auf, am Meer, in Hotels oder Cottages oder man hat dort sogar sein eigenes Anwesen. Es gibt eine große deutschsprachige Community - und natürlich habe ich auch Freunde dort. Mithilfe eines Tuktuks gelangt man in wenigen Minuten nach Diani.

 

Wir verbrachten die Zeit nach der Ferienwoche mit den Kindern auch in Diani. Die Amadeus-Kinder waren ja schließlich wieder in der Schule und nur wenige von ihnen kamen am Abend heim und dann müssen sie ja auch noch Hausaufgaben machen; die anderen Kinder sind ja schon Internatsschüler und kommen gar nicht mehr nach Hause ins Amadeus (nur in den Ferien). Und so hatten wir uns Cottages gemietet und taten das, was alle Europäer dort so tun: im Swimming Pool sich treiben lassen, am Strand spazieren, Essen gehen. 


Ja, es ist wunderschön...und trotzdem zog es mich öfter in die verwinkelten Straßen von Ukunda als in europäische Restaurants - mir gefällt die umtriebige, lachende, herzliche Art der Kenianer, die mit dir handeln, die sich freuen, wenn du etwas kaufst; und nur dort hatte ich bis jetzt echt gute und spannende Kauferlebnisse. Giulio kaufte einen Safari-Hut um 500 Kenianische Schillinge (= 4 Euro) und 4 Zigaretten. Mein Kauf-Highlight spielte sich dieses Jahr aber am Diani Beach ab. 3 Massai verkauften mir Arm/Fußbänder. Beim Verhandlungsgespräch wollte der eine nicht locker lassen und wir erreichten den Punkt, dass wir uns um 50KSH nicht einigen konnten (40 Cent). Ich gab nach - unter einer Bedingung: dass sie mir diese Arm- und Fußbänder umbanden. Es war zu verlockend für mich, einen Massai zu sehen, der sich vor mir bückt und eine Frau bedient. Massai sind schließlich bekannt für ihren Stolz und so konnte ich nicht umhin, als diesen Augenblick auszukosten...Ich weiß, vielleicht ein wenig kindisch...aber ich gebe es offen und ehrlich zu: es hat mir gefallen!


Zuhause musste ich aber feststellen, dass er es eh zu locker gebunden hatte...Da fehlte ihm offensichtlich die Übung! :-)


Donnerstag, 21. Juli 2022

Safari - eine Ballade an das Leben


 Jede Safari beginnt, jede Safari endet. Jede Safari wird zumeist maßgeschneidert an seine Wünsche und Bedürfnisse angepasst und ich kenne niemanden, der eine Safari gemacht hat, der Probleme oder Schwierigkeiten gehabt hätte. Zu perfekt wird alles abgewickelt, zu genau werden Sicherheitsfragen bzw logistische Abwicklungen genommen, als dass man irgendetwas dem Zufall überlassen würde - perfekte Organisation mit hervorragendem Personal; Jeeps, die in jeder Schräglage jegliche Wasserlöcher anstandslos überqueren.... All das ist wahnsinnig wichtig, um überhaupt eine reibunsglose Safari machen zu können. Und doch....geht es bei einer Safari um etwas ganz anderes: jede Safari schreibt ihr eigenes Lied, ihre eigene Ballade - man muss nur hinhören und es geschieht ganz von selbst: die Verbindung, die man zu der Wildniss, zur Landschaft und sich selbst aufbaut wird zur Rahmenhandlung von einer Geschichte, die sich in einer magischen Kombination von Tierherden, Jagdszenen von Raubtieren, empatischen und liebevollen Tiermomenten abspielt. Man findet sich inmitten eines Schauspiels wieder, das sich eintweder als Thriller oder als Romanze entpuppt - stundenlanges Beobachten von herannahenden Tierherden oder einzelnen Hyänen oder Schakalen gibt diesen Szenen Dialog und man merkt, wie gut sich Disney-Filmemacher mit den Charakteristika der Tierwelt auseinander gesetzt haben. Auf jeden Fall ist es eine Safari - und "safari" heißt "Reise" - in eine Welt, wo Tiere miteinander ihr Territorium teilen, in eine Welt, wo man sich selbst wieder neu finden kann und sich wieder demütig erdet.

Wir fuhren in die Tsavo und verbrachten 3 Nächte/4 Tage dort. Die erste Übernachtung war in Tasvo East, dann in Tsavo West und dann in Salt Lake. Ausfahrten pro Tag waren bis zu 9 Stunden mit wenigen Stunden Pause für das Mittagessen. Game drives bei Morgengrauen, unter Tags und bei Sonnenuntergang. Ein Spektakel...

Die erste Lodge war in Tsavo East inmitten einer Elefantenoase - wir schliefen in Zelten, die auf Mauerebenen gebaut wurden. In der Nacht hörte man alle Tiere, die sich verständigten, miteinander kommunizierten; die tiefschwarze Nacht auf der Terrasse des Zelts zu erleben, einzutauchen in die magische Welt der nackten Wildnis ließ mich verzaubert zurück; ich wurde eins mit der Natur, tauchte ein in einen Taumel der träumerischen Ekstase...

Die zweite Lodge befand sich in der malerischen Landschaft der Tsavo West Hügel- und Berglandschaft; man genoß einen weiten Ausblick bis hin zum Kilimandscharo. Auf dieser Bühne der Wildnis beobachteten wir stundenlang wie sich Zebras und Büffel abwechselnd einem Wasserloch mit Anmut näherten - mit Bedacht, mit Vorsicht. Man bemerkt, wie sich der Rangälteste sich um die Sicherheit seiner Herde kümmert; Babies werden immer in der Mitte gehalten, immer der Gefahr gewahr, immer der Obhut der Kleinen gewiss. Auch wenn sich andere Raubtiere annähern wollten, so schafften sie es nicht, die Masse der Herde zu durchbrechen - ein Krimi vor unseren Augen: gewaltig!

Die dritte Lodge befand sich auf Stelzen gebaut und überblickte Salt Lake, das auch zu Tsavo dazu gehört. Auch hier bedienten sich mal Elefantenherden, mal Zebras, mal Büffel dem Wasserloch - das Elixir des Lebens. Nie gab es ein Gedränge, anmutig kamen Familien von Tierherden hier an. Die Kleinen spielten im Wasser, die Großen gaben auf sie acht - ein friedliches Miteinander; ein Kommen und Gehen, immer in ihren Gruppen; sobald alle getrunken hatten, gab der Rangälteste Bescheid, dass nun Zeit ist aufzubrechen und in einer geordneten Reihe zog man wieder ab und wir verfolgten sie mit unseren Augen bis sie in der Dunkelheit verschwanden.

Es war Vollmond und die Magie lag in der Luft - denn wie sonst, kann ein solches Foto zustande kommen: ein Zebra, das im Mondlicht badet, gefolgt von dem Schatten eines Büffels...

Lasst mich noch von einigen berührenden Szenen erzählen: einen Gepard zu sehen ist eine Seltenheit bei einer Safari - zu schnell und zu versteckt verbringt der Gepard den Tag, als dass man ihn leicht aufspüren könnte. Und doch - schon am ersten Tag trauten wir unseren Augen kaum: als ob er auf unsere Ankunft gewartet hätte, präsentierte er sich vor uns inmitten auf der Strasse, langsam, bedächtig, majästetisch, fast als ob er uns willkommen heißen wollte: "Hakuna matata Kenya" Wir hielten den Atem an, er blieb stehen, vor unserem Jeep und schaute uns bewusst an. In der Sekunde als ein weiterer Jeep sich näherte, flitzte er davon; es war uns klar - er wollte nur uns guten Tag sagen. Kann es sein, dass sich hier eine verwandte Seele in diesem Gepard offenbarte? Es kann.

Wir sahen auch Löwen, die sich in der Sonne aalten und sich auch einem Wasserloch bedienten - müde nach der nächtlichen Jagd. Königlich. 

Büffel, mit ihrer gesamten Masse, sehr geerdet und ihrer Präsenz bewusst, blitzen in der gelb/roten Savanne, ihrem Habitat, heraus. Ein magischer Moment ließ die Büffel Kontakt zu Giulio aufnehmen und sie trafen sich auf Metaebene, begrüßten sich, ergaben sich in einem supernationalen Dialog. Wo immer Giulio auf dieser Safari sein sollte oder sich zu Ruhe begab, war immer ein Büffel, der ihn begleitete oder unweit vor seinem Fenster schlief. Karma? Oh ja.

Und nun zu einer Szene, die mich noch immer beschäftigt: wir konnten hautnah zusehen, wie eine Elefantenherde vor uns aus einem Wassertrog trank. Wir konnten in dem Wasser auch kleine Fischschwärme sehen, die in ihren Blasen immer zusammen gedrängt zu sehen waren. Ein großer Elefant, der gerade den Rüssel zum Trinken ins Wasser stecken wollte, wird diesen kleinen Fischen gewahr, und mit einer sanften Geste seines Rüssel klatscht er vorsichtig auf die Wasseroberfläche, um ihnen das Signal zu geben, ein wenig zurück zu schwimmen, damit er sie nicht unabsichtlich mitrinkt. Die Fische verstehen das, schwimmen zurück; der Elefant taucht nun seinen Rüssel ein und trinkt. Ich habe noch nie so ein empatisches Verhalten von einem Tier zum nächsten aus der Nähe gesehen - diese Szene lässt mich auch nicht los. Ein Elefant mit 8 Tonnen Gewicht, der einem kleinen Fisch nichts zu leide tun möchte - Rücksichtnahme, Empathie und Respekt vor Leben... und das von einem Tier, das ein solch kleines Gehirn hat: 

Ihr seht wie klein dieses Gehirn eines Elefanten ist. Und ihr wisst, wie groß das Gehirn eines Menschen ist. Und was machen wir? Wir bringen einnander um, machen Krieg, zerstören uns sowie unseren Planeten. Wir grenzen Menschen und andere Minderheiten aus...ich habe auf keiner Safari erlebt, dass ein Zebra eine Antilope nicht akzeptiert hätte, nur weil sie anders aussieht oder anders kommuniziert. Und wir haben noch immer nicht begriffen, dass die Tierwelt wunderbar - wenn nicht besser - ohne uns leben kann, wir jedoch nicht ohne sie. Aber da sage ich euch nichts Neues...es macht nur sehr betroffen, dieses Leben der Tierwelt, das auf Augenhöhe basiert, mitzuerleben. Natürlich gibt es brutale Jagdmomente in der Wildnis, aber nur um Leben weiterzubringen, um sich zu ernähren und um das Gleichgewicht der Savanne zu wahren. Nicht wie bei uns Menschen, um Macht, Gier und Habgut zu bedienen.

Ich möchte diesen Blogeintrag aber positiv beschließen: ich bin dankbar, diese Ode ans Leben inhaliert zu haben. Diese Safari ließ mich soviel Anmut und Bedachtheit erleben - diese Erfahrung ist auch geschuldet meiner wunderbaren Begleitung von Giulio, der immer Worte fand, um der Tierwelt den Dialog zu geben, der ihnen gerecht wird, sowie Chiara, die in ihrer Offenheit und Respekt für Schönheit und Einzigartigkeit diese Freude an der Natur widerspiegelte, und Paolo, der eine große Gabe hat, dieses Naturerlebnis auf Fotos festzuhalten, die ich in diesem Blog verwenden darf. Nicht zu vergessen, die Jüngsten unseres Safari-Abenteurs: Emilie, die mit ihrer Neugierde sich nicht satt sehen konnte, sowie Ossi, der vor allem an den Zebras so Gefallen fand! DANKE AN EUCH!!!











Montag, 11. Juli 2022

Es geht unter die Haut

 Es ist das erste Mal, seit ich nach Kenia komme, dass Freunde von mir hier her kommen. Giulio aus Turin ist zeitgleich mit uns angekommen. Er wohnt mit uns im Waisenhaus und spielt Rugby mit den Kindern, bietet allen (den Kindern, den nannies und den askaris) physikalische Behandlungen an und zeigt sich in jeder Weise einfach nützlich und hilfsbereit. Es hat sich wahrhaftig als praktisch erwiesen, dass wir uns aufteilen können: während er sich mit einem Teil der Kindergruppe beschäftigt, mache ich etwas anderes mit dem Rest der Kinderschar - eine unsagbare Hilfe!     

Einige Tage später kamen meine langjährige Freundin Chiara mit ihrem Partner Paolo und ihrer dreizehnjährigen Tochter Emilie an. Chiara ist gebürtige Italienerin, lebt aber schon lange Zeit mit Emilie in der Schweiz und Paolo ist Italiener. Hier wohnen sie in einem Apartment Resort und kommen aber täglich auf Besuch ins Amadeus, um mit den Kindern zu plaudern und zu erzählen, woher sie kommen, was sie in Italien bzw in der Schweiz machen. Viele Fragen tun sich auf und die Kinder spitzen die Ohren. Sie lieben es, wenn Besuch da ist und sie sich austauschen können.

Umso mehr war es eine große Freude für uns alle, für die Kinder, für meine Gäste, für Giulio, für Ossi und mich, dass wir wirklich einen großen Grund hatten, eine Party im Amadeus zu machen: ja, ihr erratet es schon - meinem Gesuch auf Sonderurlaub für Asha, Chimera und Miriam wurde stattgegeben und sie durften am Freitag für das gesamte Wochenende nach Hause... Eine große Ausnahme! Somit war es klar: Festaaaa!!!! Wir fuhren ins Kokkos und kauften die gesamte Tortenvitrine ein - Tortenstücke für alle Kinder, alle nannies, alle askaris und uns.... Da kam schon was zusammen! Vielen lieben Dank an Chiara, die diese Rechnung übernommen hat!!! 



Freude zu schenken ist das Schönste im Leben: zu sehen, wie die gesamte Amadeus Familie vereint ist, wie sie lachen, scherzen und schmatzen.... Die heitere Atmosphäre, die wunderbare Stimmung mit Snoopy und Teddy, den beiden Hunden, die auch was abbekamen.... Großartig, dabei zu sein und diese Schönheit an Momenten zu inhalieren. Denn in diesen Momenten zeigt es sich, dass Familie nichts mit Blutsverwandtschaft zu tun hat, sondern mit gemeinsamer Geschichte. Ich denke, die Bilder hier zeigen, was ich meine. 

In den restlichen Tagen kam ich natürlich auch meiner Aufgabe nach, mich um die schulischen Leistungen meiner Kinder zu kümmern. Es war ja gerade Zeugnisschluss und deshalb wollte ich unbedingt die Gelegenheit nutzen, mit jedem Kind das Zeugnis zu besprechen, zu analysieren, zu beraten, wo sie sich verschlechtert hatten, wie sie sich verbessern können und was ihnen besonders gut gelungen ist. Die Kinder nehmen diese Beachtung und Wertschätzung mit Freude an. An den Gesprächen erkenne ich, dass sie diese Aufmerksamkeit genießen, da es ernst gemeinte Interesse ist, was ihnen zu kommt und was sie aufsaugen mit voller Inbrunst.

Ich zeige euch hier ein paar Zeugnisse: pro Fach gibt es insgesamt 100 Punkte zu erreichen, alles ab 80 ist schon wirklich sehr gut. Einige Kinder sind sehr gut, andere müssen sich mehr anstrengen. Unsere 16-jährigen gehen ins Internat. Der Umstieg in ein Internat ist meistens recht anstrengend: weit weg von daheim und über viele Wochen dort ist emotional nicht einfach. Die Tage dort sind lang und anstrengend, das Essen ist weniger als bei uns im Amadeus, die Regeln sind hart und jede Klasse hat bis zu 70 Schüler/innen. Deshalb haben einige unsere Teenager einen Leistungsabfall zu verzeichnen. Ich habe ihnen sehr ins Gewissen geredet, damit sie diesem Druck standhalten und nicht aufgeben, sondern einen Biss entwickeln, der ihnen dabei hilft.




Ich beschreibe euch jetzt einen solchen Tagesablauf in einem Internat.

4h - Wachruf

5h bis 6h - Lernstunde

6h bis 6.15h - Frühstück

6.15h bis 6.45h - Vorbereitung auf den Unterricht

6.45 bis 8h - 2 Unterrichtseinheiten zu je 40 Minuten

8h bis 8.45h - assembly : da wird die kenyanische Flagge gehisst und die Nationalhymne gesungen und der Schulleiter spricht zu den Schülern und Schülerinnen

8.45h bis 9.30h Unterricht

9.30h bis 9.45h health break, das heißt : Toilettenpause

9.45h bis 11h Unterricht

11h bis 11.30h tea break

11.30h bis 13h Unterricht

13h bis 14h lunch

14h bis 16.30h Unterricht

16.30h bis 17h games (da kann man mit anderen spielen: Brettspiele oder Fußball)

17h - dormitory : da geht man in den Schlafsaal, wo zig 3-Stockbetten nebeneinander stehen und macht sich fertig für das Abendessen

18h bis 19h - dinner

19h bis 20.30h Unterricht

20.30h bis 21.30h - free studying und Hausaufgaben

21.30h geht man schlafen. Um 21.40h ist das absolute Ruhezeit.

So schaut ein Schultag von einem 16-jährigen Schüler /Schülerin aus.... Ich denke, jeder kann sich nun ein Bild machen.

Ich möchte diesen Blogeintrag mit der Gedicht-Aufführung schließen, die ich mit den Kindern gemacht habe. Das Gedicht heißt "Skin" (Dennis Foon). Ich hatte dieses Gedicht schon vor 11 Jahren mit einigen meiner Kinder hier gemacht. Damals waren sie noch klein. Jetzt, da sie groß sind und mehr mit dem Gehalt des Gedichts etwas anfangen können, ist es noch eindrucksvoller zu sehen, wie sie es interpretieren und darstellen. Ich werde, sobald ich in Wien bin, versuchen, das Video hier zu laden. Jetzt kann ich euch aber schon Bilder zeigen und euch versichern: es ging unter die Haut. Ihre Stimmen, ihr Ausdruck, ihre Gesten gaben den Worten immenses Gewicht: "I breathe, I think, I feel, my blood is red" - Worte, die einem unter die Haut gehen und dort bleiben. Warum? Weil sie wahr sind.



Amadeus: love, respect, and great fun! 





Dienstag, 5. Juli 2022

And it's all coming back to me now

 Aus der Ferne zu beschreiben, wie es ist, wenn sich Kinderarme ausbreiten, um dich zu umarmen, wie es ist, diese Nähe einzuatmen, wie es ist, die Freudentränen sich gegenseitig wegzustreichen, ist schwierig zu erzählen...

Unsere Kinder hier in Amadeus sind für sich einzigartig: ihr Lachen, ihr Strahlen, ihre gewinnende Art... Ich möchte an dieser Stelle ehrlich sein : Viele Freunde, die hier leben, sagen immer wieder: "Man kann Afrika entweder lieben oder hassen - es gibt keinen Kompromiss." Ich kann das so nicht bestätigen ; mich hat nie dieser afrikanische Virus erwischt, den viele dafür verantwortlich halten, um sich hier niederzulassen. Weder liebe ich Afrika, noch hasse ich es. Ich komme hier her jeden Sommer, um die Kinder zu sehen, um mit ihnen Zeit zu verbringen, um mich um sie kümmern. Dieses Band, das vor 11 Jahren geknüpft wurde, wird jedes Jahr gefestigter, jedes Jahr stärker, jedes Jahr verbindlicher. Ich komme hier an und werde nicht nur erwartet, ich werde gebraucht, kurzum ich werde geliebt. Tausende Geschichten erwarten mich hier, so viel Lachen, mit großen Augen wird erzählt, wird ausgetauscht, so viele Geheimnisse werden mir anvertraut. Ich finde mich wieder in einem Boot voller Geschichten, die mir anvertraut werden, die eine Fortsetzung finden vom letzten Jahr.... Es ist ein Geschenk, das ich genießen kann, denn dieses Vertrauen von den Kindern ist mir ein Heiligtum, das ich um keinen Preis missen will. 

Natürlich freuen sich die Kinder auf all meine Vorhaben mit ihnen, denn schließlich haben sie Spaß an unserem Morgen-Yoga, an unseren Drama-und Theater -Einheiten, an unseren gemeinsamen Lektüren, wenn wir uns Geschichten vorlesen, sowie natürlich an unseren Laufeinheiten am Abend. Aber all das kann unsere gemeinsame Zeit, in der wir einfach plaudern nicht aufwiegen. Mit den Jahren, wo unsere Kinder größer werden, wird es immer wichtiger, dass wir reden und einander mehr und mehr emotional näher kommen. 


Unsere größeren Kinder sind schon im Internat (wenn man in Kenya nach dem 14. Lebensjahr weiter in die Schule gehen will, muss man ein Internat besuchen - eine andere Option gibt es nicht) und kommen nur sehr selten heim. Die letzte Klasse vor der Internatsschule ist sehr wichtig, da die Noten in dieser Klasse ausschlaggebend sind, welches Internat sie auswählen können: gute Noten - gutes Internat, schlechte Noten - schlechtes Internat. Klar, dass sich die Kinder in der letzten Klasse der Regelschule besondere Mühe geben. In der letzten Klasse befinden sich 3 unserer Kinder: Chimera, Asha und Miriam. In diesem Jahr hat die Regierung entschieden, dass die Schüler und Schülerinnen des letzten Regelschuljahres keine Ferien (und ich habe in meinem letzten Eintrag schon erwähnt, dass dieses Schuljahr sowieso nur 1 Woche Ferien im Juli vorsieht) haben; sprich, Miriam, Chimera und Asha dürfen nicht nach Hause ins Amadeus kommen. Ihr könnt euch nun vorstellen, wie sich die 3 Kinder fühlten, als sie erfuhren, sie dürfen nicht nach Hause, während die anderen Amadeus - Kinder mit mir Zeit verbringen durften. 

Wir kamen am Samstag Abend, völlig erschöpft - es gab sehr viel Verkehr vom Flughafen bis ins Amadeus - an. Sonntag verbrachte ich zum Teil mit den Kindern, zum Teil musste ich auch einkaufen gehen und mich organisieren. Am Montag wollten meine Kinder mit mir lesen und Geschichten erzählen-ich hatte Griechische Sagen für uns alle vorbereitet: die Kinder verschlungen diese Geschichten mit großem Interesse - all die Götter und Göttinnen und Monster und Ungeheuer .... Am Nachmittag verrät mir dann eine nanny, dass es Miriam nicht gut geht und sie jetzt nach Hause ins Amadeus kommt. 1 Stunde später kommt Miriam an. Ich wusste sofort, was mit ihr los war. Sie hielt es einfach nicht mehr aus : sie wollte mich sehen und Zeit mit ihrer Amadeus Familie verbringen. Sie hatte Tränen in den Augen, als sie mich umarmte und war überglücklich. Ich war natürlich auch ganz überwältigt.... Vor allem dann, als sie mir ein klein zusammen gefaltetes Papier in die Hand drückt, mit den Worten: this is for you from Asha. Als ich diesen Brief las, musste ich mich kurz zurück ziehen, weil mir die Tränen kamen... Liest selber :


Ihr kennt mich und wisst, was ich sofort in die Wege geleitet habe: ich habe die Schule angerufen und für den nächsten Tag angekündigt, dass wir die Schule und somit unsere 3 Kinder besuchen werden. Ich gebe zu, ich machte das mit einem klaren europäischen Ton, der zumeist zum Erfolg führt. Auch dieses Mal - es wird nämlich nicht gern gesehen, dass man Schüler / Schülerinnen besucht, da sich andere, die nicht besucht werden, benachteiligt fühlen. Aber manchmal ist es nun einmal so: das Leben bietet nunmal auch Vorteile einem gegenüber und an diesem Tag sollten unsere 3 Kinder dieses Privileg genießen dürfen. 

Und so war es auch. Wir nahmen Andrea, Rama, Tobias, Mary und Mumo mit und betraten gemeinsam das Schulareal - als Asha und Chimera uns sahen, bemühten sie sich zunächst, sich ihre Freudentränen vor den anderen Mitschülern und Mitschülerinnen nicht ankennen zu lassen. Aber sobald sie aus dem Klassenzimmer draußen waren, herzten und drückten wir uns und lachten uns in die Gesichter. Ein stilles, unterdrücktes "Thank you, Christina" erreichte mein Ohr. Die Frage ist wohl eher, wer wem zu danken hat - in meinem Fall hatte ich noch nie einen solchen Liebesbrief von einem Kind bekommen: einen Brief voller Sehnsucht und Wünschen, mit dem verzweifelten Imperativ "say yes". Diesen Brief werde ich für immer in Ehren halten. Denn wieder hat es etwas gezeigt: love conquers everything. Ihre Liebe zu mir hat mich stark genug gemacht, sofort zu reagieren und kenyanische Regeln zu dehnen, und meine Liebe zu Asha hat sie überhaupt erst ermutigt, mich anzuschreiben und mir ihre seelische Not anzuvertrauen. Gibt es ein größeres Geschenk?... Wohl kaum. 

Und so saßen wir gemeinsam an einem gemütlichen Tisch und plauderten und plauderten... Süßigkeiten sind strikt verboten im Schulareal... Aber es kann sein, dass der ein oder andere Keks im Geheimen ihre Münder fanden.... Vielleicht. 





So schön, zu sehen, wie sie aufblühen am gemeinsamen Tisch, wo sie sich austauschten und wir gemeinsam lachten. Ich hatte schon ein wenig befürchtet, was schlussendlich auch eintraf: der Wunsch, es nicht bloß bei diesem Besuch zu belassen... Asha, Chimera und Miriam haben nur einen Wunsch, einen Tag mit mir im Amadeus zu verbringen... Dazu braucht es eine offizielle Erlaubnis, einen Antrag, der von der Direktion gestattet wird. Hm... Was soll ich sagen: ich habe den Antrag auf Sondererlaubnis für 1 Tag während des Wochenendes gestellt. Bitte haltet mir und den Kindern die Daumen - es wird sich morgen oder spätestens übermorgen entscheiden. 

Sonst vergehen die Tage hier wie im Nu. Ich gehe natürlich auch meinen afrikanischen Gepflogenheiten nach und habe meine Raster wieder, gehe zum Schneider, esse Ingwer, Passionsfrüchte und Mangos. 

Giulio hat sich hervorragend eingelebt und wird von den Kindern geliebt... Was soll man sagen: Italiener und bambini sind quasi Synonyme!!! :) Die Kinder laufen ihm hinterher, die askari wenden sich an ihm, wenn sie männliche Verstärkung brauchen und die Hunde fressen ihm aus der Hand. Tja, Italiener verstehen etwas von Familie und verstärken in der Sekunde das engmaschige Netz dieser Verwobenheit. Das Vertrauen zeigen sie Giulio, in dem sie sich von ihm therapieren lassen - ein großer Vertrauensvorschuss.... Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht auch noch alle ihre Freunde und weiteren Familienmitglieder bringen, denn dann würde die Zeit hier kaum ausreichen... 






Und schlussendlich dürfen unsere Laufeinheiten nicht fehlen - die Kinder fordern das regelrecht ein. Dem Wunsch komme ich natürlich sehr gern nach.... Schließlich ist es für mich eine Ehre mit Kenjanern laufen zu gehen - the World best Athletes!!!