Dass meine Wochenenden hier einen außergewöhnlichen Charakter haben, ist ja mittlerweile keine große Neuigkeit mehr! Das letzte Wochenende war keine Ausnahme. Für den letzten Samstag hatte ich eine Dolphin-Safari gebucht… und ich fühlte mich wieder als Tourist. Um 8h traf ich auf den Touristenbus, der mich an der Lunga-lunga Road von Ukunda abholte. (Die Beschreibung zum Waisenhaus mitten im Busch ist zu kompliziert zu erklären, so kam ich der Einfachheit halber zu einem markanten Treffpunkt.)
Nach einer pittoresken Fahrt durch Palmenhaine bestiegen Franzosen, Belgier, Iren, Deutsche und ich das Segelschiff in Shimoni (ca 40km südlich von Ukunda), der Grenzort zu Tansania. Auf diesem Dhau, der Begriff für ein arabisches Seefahrerboot, kann man im wahrsten Sinne des Wortes in das Leben längst vergangener Tage arabischer Seefahrt eintauchen. Wir schipperten um die Ostspitze von Wasini Island herum.
Das Programm des Tages versprach uns, Delfine zu sehen, Schnorcheln an den Korallenriffbänken, ein ergiebiges Meeresfrüchte-Essen auf der Wasini Insel, ein Spaziergang durch den Korallen-Garten sowie durch das Einheimischen-Dorf. Ja, genau nach Plan wurde uns auch wahrhaftig alles geboten! Schon nach kurzem Dahingleiten bei herrlicher Sonne im glitzernden indischen Ozean sah man sie schon in Tandem Springen: Delfine! Ganz allersüßt!!! Unglaublich liebe, herzige Tierchen – ich musste klarerweise unwillkürlich an die Flipper-Serie denken…
Danach hieß es in die Schwimm-montur zu springen und mit der Schnorchel Ausrüstung zu hantieren. Dieses Eintauchen in diese stille, farbenfrohe, friedliche Welt der Unterwasserwelt ist allemal einzigartig: tausende Fischleins in allen möglichen Farben und Größen flitzen herum, ohne einander zu behindern oder anzupöbeln. Ich sah einen Seestern und einen Schwertfisch. Einem behäbigen blitzblauen kugelförmigen Fisch mit neongelben Streifen folgte ich eine Zeitlang. Schade, dass sie kein Wahlrecht haben – sie könnten die Welt retten, da bin ich mir sicher: wenn sie es schaffen, ohne Konflikte und Kriege zu leben, warum nicht auch wir? Oder ist ein Kugelfisch schon einmal Amok gelaufen…?
Nachdem man auch die Sandbänke im offenen Meer genießen konnte und seine Haut mit dem türkisfarbenen Meer spülte, legten wir an der Insel Wasini an und wurden fürstlich in einem Restaurant verköstigt: Meeresfrüchte! Hervorragend! Ich muss aber gestehen, ich hatte noch nie einen ganzen Krebs in seiner vollen urtümlichen Pracht vor mir: den Panzer mit einem hammerähnlichen Werkzeug zu sprengen, bedurfte einiger Anstrengung, zumal man ja immer das Bild von dieser ungeschickten Szene im „Pretty Woman“ Schinken vor Augen hat, und man deshalb tunlichst seinen Nachbar davor bzw sich selbst vor dem Nachbar bewahren will!
Der Spaziergang durch den Korallengarten, der immer wieder bei mondgünstigen Flutzeiten vom Meerwasser unterspült wird, sowie durch das Einheimischen Dorf auf der Insel war der krönende Abschluss meines Ausflugs. Wie mein nächstes und letztes (!) Wochenende sein wird? Tja, scheint noch Spektakulärer zu werden: ich habe kurzerhand einen Flug nach Nairobi gebucht; von dort werde ich zum Lake Nakuru gebracht, der Scharen von Flamingos sowie auch Nashörner beheimatet. Danach bekomme ich auch noch eine Sightseeing-Tour serviert…klingt vielversprechend, oder? Aber zunächst gilt es für mich noch einer weiteren Herausforderung gerecht zu werden: am Mittwoch ist mein Theaterstück mit den Kindern angesetzt…naja, the show must go on!