Montag, 19. August 2024

"Da fress ich doch 'nen Besen"...ähm Buch...

 


Man ist ja doch nach 13 Jahren Kenia irgendwie zu Hause...wenn man in Mombasa ankommt und weiß,  den Flughafen verlassend,  welche Palme einem erwartet und wo der nächste Bankomat ist,  dann fühlt man sich sehr vertraut. Und doch gibt es Neuigkeiten, was den lokalen Verkehr in Mombasa angeht: endlich wurde die Tangente fertig und man kann jetzt die Umfahrung anstelle der lästigen, langsamen Fähre benutzen - eine Wohltat! Statt stundenlangen Warten ist man jetzt nach 1 Stunde in Ukunda!

Ja, alle Kinder sind wohlauf.  Ich muss mir jetzt abgewöhnen,  sie Kinder zu nennen: es sind mittlerweile Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 19 Jahren. Welch Freude sie zu sehen,  unser Apartment zu beziehen und anzukommen nach einer langen Reise, die von Tür zu Tür 20 Stunden dauerte. 

Ich weiß, ich habe schon mal über das angenehme Klima hier gesprochen. Aber ich kann nicht genug betonen, wie fein das Wetter hier ist - nie zu heiß, noch zu kalt ... sehr angenehme 27 Grad im Durchschnitt mit einer leichten Briese und der bestechenden afrikanischen Sonne, die einen gewaltigen Sonnenuntergang bescheren kann. 

Wir haben sofort mit unserem Programm gestartet: 9h Yoga, 12h lunch in meinem Lieblingslokal hier (Kokkos) , 14h Drama Workshop,  17h Running,  und nach dem Abendessen Chit-chat mit der gang. 

Da sie eben schon Jugendliche sind, wollen sie auch mal gerne das Waisenhaus verlassen und essen gehen. Deshalb nehme ich täglich 5 youngsters mit, die die halbe Speiskarte bestellen und verschlingen...ich kann es nicht glauben, was in ihren Mägen Platz hat: Samosas als starter,  ein üppiger Burger als Hauptspeise,  ein Milkshake und 4 Kugeln Eis als Nachspeise.  Während der Autofahrt zurück,  futterten sie noch Chips...Na dann Prost Mahlzeit! :-)

Am Abend berichteten sie mir alle, was ihnen so am Herzen liegt: eine Geschichte möchte ich gerne hier teilen.  Hier in Amadeus haben wir Ziegen, die bei Feierlichkeiten geschlachtet werden und als bekömmliches Mahl zubereitet und mit Wonne verzehrt werden. Diese Ziegen richten jedoch so allerlei Schaden an. Letztes Jahr haben sie einen meiner BHs,  die zum Trocknen an der Wäscheleine hingen, aufgefressen. Sie knapperten auch einen Großteil der Couchen an,  die im Pavillon standen. Heuer wurden sie ausgetauscht,  damit die youngsters wieder gemütlich darauf knotzen können. Nun erzählten sie mir empört,  dass die Ziegen sich an ihre Bücher herangemacht hatten und einen Großteil von ihnen verzehrt hatten. Was tun? Nun, zunächst müssen sie wirklich darauf achten, dass die Türen zur Bibliothek zugesperrt sind, und nicht nur geschlossen,  da die Ziegen auch Türen problemlos öffnen können. Und weiters? Ganz einfach: bis zu Weihnachten sollen alle Ziegen in den Bäuchen der Jugendlichen verschwunden sein und zukünftig Fleisch verzehrfertig gekauft werden, um so die Schäden zu minimieren. Auf jeden Fall hat die Literatur die Ziegen leider nicht weiser gemacht. Neue Bücher werden nun angekauft, damit zumindest unsere Kinder weiser werden...mal sehen, ob das gelingt! 😉