Der Abschluss unserer Amadeus-Woche mit unseren Kindern war die gemeinsame Choreographie vom Song der Gloria Gaynor "I am what I am". Vielen Dank an meinen lieben Sohn, der die Choreo mit den Kindern einstudierte. Die kids liebten es. Es ist ja auch Lied, das zum Mitsingen und Tanzen anregt. Und so war es auch ein voller Erfolg. Lauthals sangen sie das Lied mit und brüllten gemeinsam den Refrain "I am what I am"!
Es war mir aber auch ein besonderes Anliegen, mit ihnen die Botschaft des Lieds zu besprechen: du bist was du bist und du darfst das, was du bist, auch sein - ohne Einschränkung und ohne Kompromisse. Und da wären wir auch beim Thema, der eigenen sexuellen Orientierung...und das ist heikel in Kenya.
Seitdem ich vor 13 Jahren Fuß in dieses Land setzte, habe ich noch nie 2 Männer nebeneinander gehen sehen. Ich erinnere mich, dass ich eine Netflix-Serie mit einem homosexuellen Paar in einer Nebenrolle in Österreich begonnen hatte und diese Serie in Kenya weiter sehen wollte. Verblüfft musste ich feststellen, dass beim Aufrufen dieser Serie eine Meldung am Bildschirm aufschien: Diese Serie hat homosexuelle Inhalte, die hier nicht erlaubt sind. Somit war die gesamte Serie blockiert. Und das im 21. Jahrhundert!
Gleichgeschlechtliche Paare werden in die Illegalität getrieben. Ja, Homosexualität ist verboten in Kenya und steht unter Strafe. Das ist, wenn es überhaupt soweit kommt, dass Autoritäten einschreiten. In Wirklichkeit werden gleichgeschlechtliche Paare in Hintergassen brutal ermordet. Kinder, die sich im jeweiligen anderen Geschlecht verkleiden wollen...denen wird der "shit" herausgeprügelt. Und trotzdem muss ich auch festhalten, dass diese Zeiten ja auch gar nicht so lange her sind in Österreich oder in anderen europäischen Staaten. Von Vorurteilen, die ins Heute reichen, muss ich ja nicht extra reden. Traurig- denn am Ende des Tages: it's all about love.
Und das wollte ich mit diesem Song den Kindern nahe bringen: man soll sich nicht verbiegen müssen, sondern das sein dürfen, was man ist. Das fängt ja auch mit gender-freien Berufen an: warum sollen meine girls nicht Pilotinnen werden und warum meine boys nicht Kindergarten-Pädagogen...nur um eines von vielen Beispielen zu nennen.
Unser Aufenthalt neigt sich dem Ende. Ich will an dieser Stelle ganz ehrlich sein. Es gibt Momente, an denen ich denke, warum kann ich nicht auch mal egoistisch sein und einen Sommer auf einer griechischen Insel verbringen- da war ich noch nie! Kenya ist oft anstrengend: das fängt mit der langen Reise an und hört mit all seinen oft überraschenden und unvorhersehbaren Problemen auf. Auch wenn die lokale Einstellung sich in "Hakuna matata" widerspiegelt, so ist doch oft Vieles sehr kompliziert und undurchschaubar.
Doch was sollte ich meinen Kindern sagen? Dass ich auch schon 50 bin und mal ausspannen will und mal eine andere Ecke der Welt kennen lernen will?
Und dann schläft unser Jüngster auf meiner Schulter ein...und dann sagen mir die Kinder, dass sie nur mir vertrauen...und dann schauen sie mich an und sagen: next year we want to do this and this and this with you....was soll ich dann sagen, wenn mir dann die Tränen aufsteigen. Was würdet ihr tun? Ich hab nun mal vor 13 Jahren ein commitment begonnen...und was ich je in meinem Leben begonnen habe, habe ich noch immer zu Ende gebracht.
Natürlich komme ich- und das weiß die Amadeus gang. "Ninarudi"- Swahili: "ich komme wieder". Vielen Dank an Martin, der mich dieses Jahr so großartig unterstützt hat und bei Amadeus auch weiterhin uneigennützig mithelfen will. Viele Menschen sagen oft Vieles, wenige ziehen es durch.
Kwa heri!








