Dienstag, 27. August 2019
Safari - Maasai Mara: safi sana!!!
Und da man sich sonst nix gönnt...., gingen Ossi und ich auf eine Luxus-Safari in die Maasai Mara. Man kann aber auch nicht auf eine Nicht-Luxus-Safari gehen, da es das schlicht und ergreifend nicht gibt: inmitten der Savanne bekömmliches Essen, Waschmöglichkeiten und sichere Schlafstellen zu haben, ist nun mal Luxus. Zusätzlich braucht man Strom, um seine Kamera zu laden, einen askari (watchman), der dein Unterkunftszelt vor wilden Tieren schützt und einen professionellen Fahrer, der die Gegend kennt, alles über die Wildnis weiß, sowie einen super-sicheren Jeep, dem nie der Benzin ausgeht bzw ein Reifen platzt vor einer hungrigen Löwin... Sprich: es soll alles tip top funktionieren..... Und das tat es auch!!!
Ich hatte schon zu Beginn unseres Aufenthaltes die Idee, am Ende - nach getaner Arbeit - eine Safari zu machen. Dass wir in die Mara fliegen würden, war aber nicht meine ursprüngliche Idee, da es sehr kostspielig ist. Aber durch ein last-minute-Angebot wurde es schließlich möglich und somit verließ ich das Safari Büro vollkommen verdutzt und überglücklich mit einem Umschlag von 2 Flugtickets und einem full-Safari-package von 2 Nächten und 3 Tagen....
Vor 8 Jahren war ich schon einmal in der Mara und man kann meine Abenteuer in meinem früheren Blog (Juli 2011) nachlesen. Somit war meine Vorfreude noch größer, da ich wusste, was mich erwarten würde: ein Ausblick auf das Paradies.... Tausende Tiere, die in Frieden miteinander leben, die sich nur den natürlichen Grenzen unterwerfen und keine politischen Grenzen aufbauen. Ja, hier ist die Welt noch in Ordnung! Überall, wo der Mensch ins Spiel kommt, so kippt das Eco-System. Ich musste das wieder schmerzlich erkennen, als wir im Mini-Flugzeug am Kilimandscharo vorbeiflogen und ich wieder sehen musste, dass die meisten Teile des Kilimandscharos keine Schneedecke mehr aufzuweisen haben: der Klimawandel ist da und ich mache genauso mit, weil ich auch regelmäßig in einem Flugzeug sitze....
Als wir aus dem kleinen Flugzeug stiegen - inmitten der Savanne, neben ein paar Zebras und Gnus-, raunte mir Ossi ins Ohr: ich habe Hunger. Ich sah ihn still an und sagte, "Dann schaust du dich mal genau um, ob du einen Billa siehst, wo du dir eine Wurstsemmel kaufen kannst." Ossi erfragte dann eine Alternative zum Billa. Ich:" Du kannst dich auch auf die Suche nach dem nächsten Maasaidorf begeben und dort ein wenig Ugali erbitten. Hüte dich nur vor den wilden Tieren am Weg... Denn du mit deinem jungen Fleisch auf den Rippen, gibst herrliches Fressen für viele der Tiere hier ab." Daraufhin entschied er sich, doch abzuwarten bis wir in unserem Camp waren. Doch - Überraschung!!! - wir wurden wie Prinz und Prinzessin von unserem Safari-Fahrer mit einem Picknick empfangen: es war also offiziell - wir hatten unsere Luxus-Safari begonnen.... Kaffee trinkend und und Kekse schmausend inmitten der Savanne: dekadenter geht nimmer....
Jeremy, unser game driver, war ein enthusiastischer Safari Fahrer und wir hatten 3 Fahrten: die erste Fahrt am Nachmittag unserer Ankunft von 16h bis 18.30. Am nächsten Tag waren wir den ganzen Tag unterwegs: 7.45h bis 18.30h mit Picknick in der Savanne und dann eine letzte Ausfahrt vor dem Sonnenaufgang: 5.30 bis 8h. Dann, am letzten Tag, nach dem Frühstück besuchten wir noch ein Maasaidorf - auf besonderen Wunsch von Ossi.
Und da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sprechen, seht und staunt:
Wir hatten das unglaubliche Glück, die berühmten big 5 zu sehen: Zebras, Nashörner, Löwen, Giraffen und Elefanten. Außerdem sahen wir: Geier, Chittahs, Gnus, Affen, Antilopen, Gazellen, Impalas, Krokodile und vieles mehr.... Als Höhepunkt durften wir auch eine Flussüberquerung aus nächster Nähe mitverfolgen: während der großen Migration (Tierwanderung, die zu dieser Jahreszeit stattfindet) wandern die Tiere zu verschiedenen nahrungsreichen Stellen und müssen dabei Flüsse überqueren. Bei einem solchen gefährlichen Unterfangen kommen natürlich verschiedene Tiere zu erliegen - vorwiegend die Kinder und die Alten, denn Krokodile und Löwen warten an diesen neuralgischen Punkten und schlagen unerbittlich zu. Ossi war total entrüstet, als er mitansehen musste, wie ein kleines Kind-Zebra von einem Krokodil verschlungen wurde. Tja, aber auch das Krokodil hat Hunger....
Vor unserem Abflug zurück nach Diani ins Amadeus, erlebte ich noch eine für mich recht amüsante Episode: aus den vielen Touristen heraus erkenne ich immer wieder recht eindeutig jene Europäer, die hier schon länger leben und sich hier recht heimisch fühlen. Meistens ist das aus ihrer Arroganz sowie Selbstgefälligkeit gut ersichtlich: sie tragen auch die passende und teure Kleidung von hier, haben das wahre und gute Equipment (für Safari, etc) und sprechen recht gut Kiswahili. Sie sitzen oft mit singulären Gruppen von ihresgleichen und auch Einheimischen zusammen und klingen recht belehrend und wissen alles besser - vielleicht auch zurecht, das kann ich nicht beurteilen. Wie auch immer, so einen Mann mittleren Alters (also wie ich) sah ich dort sitzen, reden und rauchen. Ich ging vorbei und grüßte in swahili. Er grüßte zurück, aber nicht im Touristen smalltalk swahili, sondern in einer komplizierten Begrüßungsformel mit Pronomen, genauer Tagesangabe und so. Also nicht "Hallo" (jambo) sondern "Ich wünsche dir einen wunderschönen guten Morgen" (habari asubuhi yako) . Während ich lässig vorbei ging, parlierte ich flüssigst und recht unbeeindruckt zurück : "Das wünsche ich dir auch." (asubuhi njema. Kabisa! Na wewe?) - und das, obwohl die Pronomen in swahili sehr unsympathisch und für mich schwer erlernbar sind... Dem Mann verschlug es augenblicklich die Sprache: er hatte gerade selbstgefällig an seiner Zigarette gezogen und verschluckte sich und musste recht heftig husten..... Ich ging grinsend weiter. Beim nächsten Treffen an der Abendbar nickte er mir anerkennend zu.... Tja, ich gehöre schließlich auch zur community, doch versuch ich nicht so dämlich anzugeben.... 😎




















