Montag, 17. August 2026

Träume im Fußballfieber

Wir alle haben Träume... phantasieren in Tagträumen, bauen Luftschlösser und verarbeiten Eindrücke im unserem REM Schlaf. Träumen ist also wichtig und zumeist schön!

Meine kenianische Friseurin träumt von einem reichen Europäer,  der sie mitnimmt ins gesegnete Europa, sie liebt und finanziell bis ans Lebensende aushält. 

Viele Amadeus Kinder träumen von einem europäischen Fußball-Team, das ihr Talent erkennt und sie nach Europa bringt, wo sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende sein können. 

Soll man ihnen also auch noch ihre letzten Träume nehmen, indem man ihnen die Wahrheit einschänkt? .... Träume sind Schäume....oder soll man warten bis das Ferdinand Raimund Zitat von allein zuschlägt: "Dann setzt das Schicksal den Hobel an und hobelt alles gleich." Tricky, oder? 

Wie jedes Jahr habe ich 2 Koffer voll mit Geschenken mitgebracht: danke an alle Freunde/innen, Kollegen/innen, ganz besonders Wolfgang, der in Sportvereinen Fußballschuhe gesammelt hat, sowie Martin, der Laufschuhe, Sportequipment und auch 1 neues Paar Fußballschuhe gesponsert hat. DANKE!!! Die Kids sind mega stolz auf die Fußballschuhe, die sie -ihrer Meinung nach - einen Schritt weiter in ihren Fußball-Traumkarrieren bringen werden. 



Dank meines Freundes Mark, der im Profi-Fußball beheimatet ist, lässt sich die Situation realistisch einschätzen: 0,5% von allen, die es wollen und können,  werden Profi Fußballer und kommen nach Europa. Die Szene wird als brutal und hart eingeschätzt. Und so sitze des Abends mit den Amadeus Teenagern zusammen und versuche ihre Träume nicht zu killen, jedoch realistisch zu lenken. 

Aufgrund eines lästigen Fersensporns kann ich dieses Jahr leider nicht mit meinen Jungs laufen, was mich ein wenig traurig stimmt, denn für mich war es immer etwas Besonderes,  mit Kenianern durch den Busch zu laufen. Die Mädchen haben sich in den letzten Jahren vom Laufsport zurück gezogen...mit mehr oder wenigen nachvollziehbaren Ausreden. Nun rücken sie dieses Jahr mehr in den Mittelpunkt. Statt Laufen biete ich dieses Jahr Aerobics an. Und - wer hätte das gedacht- die Jungs machten 1x mit, dann verzogen sie sich, während die girls ihr Bauch-Bein-Po- Training täglich absolvieren.

Ein Ritual jedoch hält sich standhaft all diese Jahre und das ist das einstündige Morgenyoga mit einer anschließenden Achtsamkeitsmeditation. Da wir Yoga und Aerobics am Strandplatz im Amadeus abhalten, komme ich danach - je nach Wassersituation- zu einer kalten Dusche mit Sandpeelingeffekt: body scrub und Kälteschock werden in Europa hochgepriesen und kosten zumal auch. Hier gratis ... täglich! 

Am Nachmittag gehen wir oft am berühmten weißen Strand von Diani spazieren und inhalieren die salzhaltige Luft und schauen in den mächtigen indischen Ozean hinein.


Und am Abend treffen wir uns alle nach einem gemeinsamen Abendessen im Pavillon, wo es es sich dann im Dunkeln wieder schön träumen lässt....und alle erzählen mir ihre Wünsche, Ideen, Hoffnungen - und ich lasse sie ihnen (noch), sie gehören ja ihnen,  ihre Träume...wir hatten sie doch auch alle in unseren Teenie Jahren, bevor der große Lebens-Hobel ansetzte...

Und wenn sie (unsere Träume) nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute....;)