Es ist soweit! In exakt einer Stunde werde ich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Und dann geht es zunächst in den Norden nach Frankfurt und von dort endlich in den Süden nach Kenia! Morgen um 5.50h lande ich in Mombasa und werde von dort direkt ins Hotel gebracht, wo ich sofort die Liege am Pool aufsuchen und wahrscheinlich ziemlich erschöpft in die Sonne blinseln werde.
In den letzten Tage der Hektik (Schule abschließen, Prüfen auf der Anglistik, Packen, Wohnung ordnungsgemäß verlassen, usw.) haben mir sehr viele Freunde und Bekannte alles Gute für die Reise gewünscht. Ein gewisser Neid dabei war nicht zu überhören. Alle scheinen mich für diese Erfahrung zu beneiden. Warum sie nicht selbst diese Erfahrung machen? Tja, da hörte ich einiges an Gründen: "Ja wenn ich heute noch 24 wär; wenn ich keine Familie hätte; wenn ich keinen Job hätte; wenn ich mich nicht ständig um alles hier kümmern müsste; wenn ich nicht die Blumen gießen müsste;"...usw. Nun, streng genommen bin ich schon längst keine 24 mehr; Familie, so denke ich, hat normalerweise jeder Mensch. Job hab ich auch (okay, ich bin Lehrer, aber Entwicklungshilfe lässt sich - wenn man das wirklich will - auch mit anderen Jobs vereinbaren). Kümmern muss man sich grundsätzlich immer, aber es ist auch wichtig, einmal los lassen zu können. Die Blumen? Ja, richtig, da muss man dann eben den Nachbarn vertrauen.
Ein Kollege sagte in diesem Zusammenhang am letzten Schultag zu mir:"Du hast es dir noch nie einfach gemacht." Ich habe darauf geantwortet:"I always take the road less travelled by". Und ich glaube, das trifft für mich am ehesten zu. Bevor ich mich jetzt reise-fertig mache, möchte ich hier das dazugehörige Gedicht anbringen. (Wozu hat man mich schließlich Anglistik studieren lassen...)
The Road Not Taken (Robert Frost)
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.