Dienstag, 12. Juli 2011

La principessa - happy as a lobster!

Heute ist mein letzter wahrer Entspannungstag; morgen geht es auf meine nächste Safari nach Amboseli und nach Tsavo und danach direkt in das Waisenhaus Amadeus. Ich liege nun hier entspannt auf meiner Liege am Pool im Schatten und genieße...

Ich bin in einem europäisch geführten drei-Stern Taucher-Hotel. Der Tauchlehrer Thomas ist Wiener; die Hotelbesitzerin Sylva ist Tschechin, hat aber Jahre in Wien zugebracht und spricht auch fließend deutsch. Die wenigen Gäste hier - die Saison beginnt erst - sind gemischtes Publikum und viele reisen - so wie ich - alleine. Und so ist die Atmosphäre hier recht angenehm und ich erhole mich sehr gut! Morgens erwache ich meist so gegen 7h und rolle einmal nach rechts, um meinen mp3 player zu aktivieren: Mozarts 41. Jupiter-Symphonie ist mein Favorit zur Zeit! Nach meiner Morgentoilette schlendere ich in den Frühstückspavillon und schlage mir den Bauch mit frischen exotischen Früchten voll - herrlich!

Danach hüpfe ich in den Bikini und leg mich an den Pool und schreibe zumeist an meinen Blog - so wie jetzt gerade. Gegen 14h genehmige ich mir einen Kaffee und esse einen Sandwich an der Pool-Bar. Mit Schwimmen, Lesen und Dösen vergehen die weiteren Stunden. Vorgestern gönnte ich mir eine 60-Minuten-Massage um unvorstellbare KSH1500 (€15). Hervorragend! Die Masseurin hat wahre Wunderhände! Ich habe mir vorgenommen, mir das öfter zu gönnen und auch vom Waisenhaus aus dieses Service zu nutzen. Heute, da es mein letzter Tag ist, freue ich mich aber besonders auf meinen Kamelritt am Strand. Das kostet nur KSH400 (€4) - das ist der lokale Preis; bei Touristen verlangen sie €10. Aber ich hab auf Swaheli erklärt, dass ich hier arbeite und mein letztes Angebot €4 sind. Ich weiß, dass das schon viel ist, da er einen solchen Ausritt auch um €3 anbieten kann - aber ich will ja nicht so sein.

Zwischen 16h und 17h mache ich immer einen ausgedehnten Spaziergang am Strand. Ja, die Beach Boys gibt es wahrhaftig: das sind junge, durchtrainierte Männer, die sich im Eskortdienstleistungssektor (mit Option auf mehr Körperlichkeit...) ihr Geld verdienen. Nun, sie können manchmal ein wenig lästig sein, aber man kann sie sehr erfolgreich auf Distanz halten. Während meinen einstündigen Strandspaziergängen werde ich meistens zwei bis dreimal angesprochen. Man sieht schon im Augenwinkel wie sie aus ihren Löchern hervorkriechen und so harmlos wie möglich in Richtung mögliches Opfer gehen. Dann rufen sie schon "Jambo, jambo! How are you?". Aber mit einem bestimmenden (und den Tonfall hat man als Lehrer ja Gott-sei-Dank drauf) "Asanthe, hapana!" ("Danke, nein.") oder "Hakuna pesa." ("Kein business.") ziehen sie sofort wieder ab. Wenn einem dieses Spielchen zu blöd wird, kann man auch im Meer waten - witzigerweise gehen sie nicht ins Meer. Auch so kann man durchaus seine Ruhe finden.

Nach einer letzten Schwimmrunde im Pool gehe ich duschen ins Zimmer und begebe mich wieder zum Strand, in die Bar gleich neben dem Hotel, wo die meisten Gäste ihr Abendessen einnehmen. Sonst könnte man sich auch ein Taxi rufen und nach Ukunda fahren und ein anderes Restaurant versuchen - das habe ich aber nie gemacht: ich wählte immer den bequemen Weg und nehme im "Forty Thieves" Platz. Leider hat dort auch schon das ordinäre amerikanische Pub-food Einzug gehalten. Aber glücklicherweise erspähte ich das Gericht "Grilled fish of the day" - tja, das war ab dann mein tägliches Abendessen: gegrillter Fisch! Und es war köstlich! Umso unverständlicher ist es für mich, warum ich vorgestern eine Ausnahme gemacht habe und ich etwas Rohes bestellt habe... Ich habe es bitter bereut: der gestrige Tag war die Hölle und in der Nacht auf heute dachte ich, der Sensenmann würde mich holen. Ich habe gestern nur Wasser getrunken und versucht, die Gifte aus meinem Körper auszuscheiden. In der Nacht bekam ich dann Fieber und nach einem nervösen Fieberschlaf erwachte ich heute Morgen in einem durchnässten Bett - vollkommen erschöpft, aber lebend und fieberfrei. Heute halte ich auf jeden Fall noch strenge Diät und versuche mich an das afrikanische Lebensmotto zu halten: pole, pole (langsam)!

Nach dem Abendessen checke ich noch meistens meine mails und trinke genüßlich ein Tusker-Bier an der Hotel-bar. So gegen 21h bin ich todmüde und geh ins Bett, lese vielleicht noch ein paar Zeilen, bis ich dann sanft einschlummere... happy as a lobster!