Dienstag, 27. August 2024

Happy birthday, Amadeus gang!


In Kenia feiert man kaum Geburtstage. Das hat hier keine Tradition. Namenstage feiert man eher...und wenn man bedenkt, dass Kenianer/innen mindestens 3 Vornamen haben, dann kommt man aus dem Feiern nicht mehr raus. Da viele Familien recht kinderreich sind, so einigt man sich oft auf einen Tag im Jahr, an dem alle gut Zeit haben und man feiert gemeinsam den Geburtstag von allen.  So auch im Amadeus. Alle helfen zusammen und gestalten eine Party, und jedes Kind bekommt 1 Geschenk. Wenn ich da an die absurden Ausschweifungen bei europäischen Kindergeburtstagsfeiern denke, stockt mir der Atem: bei uns geht das Geburtstagskind mit 1 Ikea-tasche voll mit Geschenken heim. Nun, hier hatten wir alle einen wunderschönen Nachmittag und die Stimmung war hervorragend! Happy birthday to us all! 



Ein anderer wunderschöner Nachmittag fand gemeinsam am Strand statt: Fußballspielen,  Schwimmen - für 3 Stunden hatten wir gemeinsam Spaß im Sand und im Salzwasser. Die Amadeus gang war überglücklich, denn sie haben nicht oft die Gelegenheit,  Zeit am Strand zu verbringen: alleine dürfen sie nicht und die nannies haben so gut wie nie Zeit. 


Ein weiterer Höhepunkt in dieser intensiven Woche im Amadeus war natürlich unser Theaterstück "The Hungry Coat": ein Partygast wird aufgrund von seiner schäbigen Kleidung verschmäht. Als er sich einen schönen Mantel überzieht, wird er plötzlich von  allen hofiert.  Das Essen, das sie ihm dann anbieten, schmiert er in seinen Mantel mit der Aussage: da es offensichtlich mein Mantel ist, den ihr alle so gern habt, und es nicht um mich als Person geht, so soll der Mantel euer Essen verzehren. - Die Message des Stücks war: don't judge a book by its cover. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Kollegen in Wien, der diesen Mantel gespendet hat! Danke auch an Martin, der den Ton übernommen hat. Mit tollen Kostümen und anregender Musikuntermalung brachten die Kinder dieses Stück wunderbar rüber. Am Ende des Stücks wurde das Publikum eingeladen, in einem letzten Tanz mitzuschwingen. Tosender Applaus war die Bezahlung der Schauspieler/innen.





Meine Blogleserschaft weiß, dass ich jedes Jahr mit Amy, Allen and Obama,  unsere Vollwaisen,  einen Ausflug mache.  Dieses Jahr fuhren wir nach Mombasa. Wir starteten den Tag zeitig,  um mit dem matatu = Bus, der Fähre und anschließend mit tuktuks in die Altstadt von Mombasa zu kommen.  Wir besichtigten das Fort Jesus und schlenderten durch die verwinkelten Gassen und inhalierten den nachhallenden Zauber von 1001 Nacht. Auch wenn Mombasa sicherlich stressig, hektisch, laut und schmutzig ist,  so hat es doch etwas, das mich anzieht...Das Mittagessen in einem typischen Restaurant, wo das Huhn nicht nur am Teller liegt, sondern auch unterm Tisch leibhaftig und glücklich herum spaziert, hätte nicht köstlicher sein können.  Man nimmt Platz an einem Tisch und es wird das serviert, was an diesem Tag gekocht wurde: frisch und gut gewürzt! Mahlzeit!









Hakuna matata,  kukku! 😀












Donnerstag, 22. August 2024

Was kostet eine Portion Benehmen in Europa?


 Einkaufen gehen in Kenya ist eigentlich recht einfach: man geht in ein duka= Geschäft und kauft die Dinge,  die man braucht. Meine Mädels kamen einmal mit mir mit und Mary, die Älteste (18 Jahre alt) kaufte für sich und die anderen Eis. Sie stellte sich zum Bezahlen an. Ich war noch selbst beim Einkaufen und kam erst ein wenig später in die Schlange....als ich sah, dass ein weißer britischer Mann, so um die 60, sie ansprach und Avancen machte- auf Englisch: "du bist so hübsch,  schade, dass du nicht meine Frau bist...möchtest du vielleicht meine Frau werden?" Bei diesem Satz war ich schon neben Mary und legte meinen Arm um sie, um zu zeigen,  dass sie zu mir gehört. Zu diesem Zeitpunkt war sie starr vor Schock und Entsetzen. Der weiße Mann, trotz meiner Präsenz,  hörte nicht auf, sie blöd anzuglotzen.  Da riss mir der Geduldsfaden und ich hatte große Lust, ihm  die Leviten zu lesen. Wäre er Österreicher gewesen,  hätte ich mein tiefstes Wienerisch ausgepackt und gesagt:" Du alter Schneebrunzer,  geh sch....".- okay,  vielleicht nicht ganz so "tief"...aber so in die Richtung. Auf Englisch hörte sich das so an:" Don't you dare talk to one of my girls like that!" Er antwortete:" I only want to be nice." Ich erwiderte:" What a pity that at your advanced age you still can't tell the difference between being polite and downright rude." Dann zog er ab. Ich wurde noch nie blöd von Kenianern angesprochen- ausgenommen vielleicht von beach boys am Strand, die aber mit einem bestimmten Gesichtsausdruck und "hapana, asanthe "- "nein, danke", dann verschwinden. Da wir aber in Europa eigentlich uns mit guter Bildung brüsten,  sollte man meinen, solche Szenen gibt es nicht. Wie peinlich und vulgär....schade...denn, mit all unserem europäischen Geld kann man sich eben doch kein Benehmen kaufen. 

Nun aber zu etwas Schönem, bevor ich den heutigen Blogeintrag schließe: Martin ist gut hier gelandet und ist von Amadeus begeistert.  Die Kinder lieben seine gewinnende Art und lassen sich gern auf seinen britischen Humor ein.

Martin ist Marathonläufer, was ich ja schon berichtet habe. Heute konnte Martin gleich 2 Dinge von seiner bucket list streichen: Martin hatte seinen ersten Lauf in Kenia mit Kenianern und sein erstes Ugali als Mahlzeit: er fühlt sich mit Recht privilegiert!





Montag, 19. August 2024

"Da fress ich doch 'nen Besen"...ähm Buch...

 


Man ist ja doch nach 13 Jahren Kenia irgendwie zu Hause...wenn man in Mombasa ankommt und weiß,  den Flughafen verlassend,  welche Palme einem erwartet und wo der nächste Bankomat ist,  dann fühlt man sich sehr vertraut. Und doch gibt es Neuigkeiten, was den lokalen Verkehr in Mombasa angeht: endlich wurde die Tangente fertig und man kann jetzt die Umfahrung anstelle der lästigen, langsamen Fähre benutzen - eine Wohltat! Statt stundenlangen Warten ist man jetzt nach 1 Stunde in Ukunda!

Ja, alle Kinder sind wohlauf.  Ich muss mir jetzt abgewöhnen,  sie Kinder zu nennen: es sind mittlerweile Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 19 Jahren. Welch Freude sie zu sehen,  unser Apartment zu beziehen und anzukommen nach einer langen Reise, die von Tür zu Tür 20 Stunden dauerte. 

Ich weiß, ich habe schon mal über das angenehme Klima hier gesprochen. Aber ich kann nicht genug betonen, wie fein das Wetter hier ist - nie zu heiß, noch zu kalt ... sehr angenehme 27 Grad im Durchschnitt mit einer leichten Briese und der bestechenden afrikanischen Sonne, die einen gewaltigen Sonnenuntergang bescheren kann. 

Wir haben sofort mit unserem Programm gestartet: 9h Yoga, 12h lunch in meinem Lieblingslokal hier (Kokkos) , 14h Drama Workshop,  17h Running,  und nach dem Abendessen Chit-chat mit der gang. 

Da sie eben schon Jugendliche sind, wollen sie auch mal gerne das Waisenhaus verlassen und essen gehen. Deshalb nehme ich täglich 5 youngsters mit, die die halbe Speiskarte bestellen und verschlingen...ich kann es nicht glauben, was in ihren Mägen Platz hat: Samosas als starter,  ein üppiger Burger als Hauptspeise,  ein Milkshake und 4 Kugeln Eis als Nachspeise.  Während der Autofahrt zurück,  futterten sie noch Chips...Na dann Prost Mahlzeit! :-)

Am Abend berichteten sie mir alle, was ihnen so am Herzen liegt: eine Geschichte möchte ich gerne hier teilen.  Hier in Amadeus haben wir Ziegen, die bei Feierlichkeiten geschlachtet werden und als bekömmliches Mahl zubereitet und mit Wonne verzehrt werden. Diese Ziegen richten jedoch so allerlei Schaden an. Letztes Jahr haben sie einen meiner BHs,  die zum Trocknen an der Wäscheleine hingen, aufgefressen. Sie knapperten auch einen Großteil der Couchen an,  die im Pavillon standen. Heuer wurden sie ausgetauscht,  damit die youngsters wieder gemütlich darauf knotzen können. Nun erzählten sie mir empört,  dass die Ziegen sich an ihre Bücher herangemacht hatten und einen Großteil von ihnen verzehrt hatten. Was tun? Nun, zunächst müssen sie wirklich darauf achten, dass die Türen zur Bibliothek zugesperrt sind, und nicht nur geschlossen,  da die Ziegen auch Türen problemlos öffnen können. Und weiters? Ganz einfach: bis zu Weihnachten sollen alle Ziegen in den Bäuchen der Jugendlichen verschwunden sein und zukünftig Fleisch verzehrfertig gekauft werden, um so die Schäden zu minimieren. Auf jeden Fall hat die Literatur die Ziegen leider nicht weiser gemacht. Neue Bücher werden nun angekauft, damit zumindest unsere Kinder weiser werden...mal sehen, ob das gelingt! 😉



Dienstag, 13. August 2024

Jedem sein Afrika, mir meins.




 

Es ist wieder soweit: Koffer werden mit vielen Geschenken für die Kinder gefüllt, ich mache mir viele Gedanken, welches Programm diesen Sommer meine Kinder gefallen könnte...nebst den sonstigen vielen organisatorischen Dingen, die eine Reise nach Afrika mit sich bringen.

Dieses Jahr war es besonders schwierig zu planen: Umweltkatastrophen wie verheerende Überflutungen in weiten Teilen Kenyas führten zu Schulschließungen; unsere Kinder wurden spontan nach Hause geschickt, was bei unserem Amadeus Heim Schwierigkeiten verursachte, da von einem Tag auf dem anderen wieder alle nannies zusammen getrommelt werden mussten - keine einfache Aufgabe, da sie ja, wenn unsere Kinder im Internat sind, nicht im Amadeus arbeiten.

Und so waren unsere Kinder dann viele lange Wochen daheim - Zeit, die, sobald die Schulen wieder öffneten, wieder eingeholt werden musste...sprich, die Sommerferien verschoben sich nach hinten. Wie lange nach hinten konnte man lange Zeit nicht wissen. Erst Mitte Juli konnte man vorsichtig mutmaßen, wann die Kinder wieder nach Hause kommen würden...ganz sicher war es trotzdem nicht. Mit meiner europäischen Logik schätzte ich, dass sie gegen Mitte August auf jeden Fall alle wieder im Amadeus wären. Nur mein europäisches Hirn weiß auch, dass meine Logik nichts - und zwar gar nichts - mit kenyanischer gelebter Wirklichkeit zu tun hat....,

Kurzum, ich konnte erst sehr spät den Flug buchen und hoffe jetzt, dass ich kommenden Samstag alle Kinder in die Arme nehmen kann.

Was wird anders dieses Jahr? Nun, zunächst habe ich große Unterstützung dieses Mal: Martin ist mit von der Partie! Auch wenn er erst einige Tage später anreisen kann, so werden meine Kinder sich sehr freuen, mit ihm Fußball zu spielen und laufen zu gehen. Als Marathonläufer ist es ihm eine große Freude sein Knowhow weiter zu geben und mit Kenyanern/innen in Kenya zu laufen. Schon letztes Jahr hingen die Kinder bei diversen Video-Chats an seinen Lippen: die Jungs, weil sie sich sehr für den Laufsport interessieren - eh klar, da Kenya weltspitze in diesem Sport ist, und die Mädchen, weil sie noch nie einen blonden Mann mit blauen Augen gesehen haben. 😀 

Weiters habe ich ein Theaterstück "The hungry coat" geplant mit dem Song-finale "I am what I am", für dessen Choreographie Ossi verantwortlich sein wird. Man darf gespannt sein!

Wer meinen Blog regelmäßig gelesen hat, weiß welch großen Respekt ich vor diesem Land habe: zu unähnlich in seinen Gegebenheiten sowie Einstellungen ist dieser Kontinent zu Europa, als dass ich je schlau daraus werden könnte. In diesen 13 Jahren, in denen ich das Land Kenya besuche, hat sich nie eine ernstzunehmende Freundschaft zwischen mir White-Skin zu einem Black-Skin entwickelt. Warum? Ich kann nur spekulieren: Gespräche außerhalb der Smalltalk Atmosphäre gestalten sich schwierig. Kaum geht es um privatere Themen, so hat man keinen common ground. Meine Arbeitswelt, mein Zuhause in Österreich, mein Leben ist so ganz anders als man es in Kenya, und zwar an der Küste, wo man ländlich und in bescheidener Armut lebt, kennt. Gespräche würden über kurz oder lang aufzeigen, was man alles in Europa hat und was sie nicht haben. Wie soll ich erzählen, was ich letztes Wochenende in Innsbruck gemacht habe, ohne mich unwohl zu fühlen bzw mein Gegenüber sogar zu langweilen: ich habe eine Oper bei den Innsbrucker Festspielen gesehen, war zu einer Vernissage geladen und war auf einem Berg und bin mit der Sommerrodelbahn gefahren....WIE BITTE??? Und so findet man keine rechte Basis... außerdem fühle ich auch, wie unwohl sie sich in meiner Nähe fühlen, da sich von ihrer Seite Fragen aufdrängen, die sie mir auch nicht wirklich stellen wollen: warum bist du so alt, schaust aber nicht so aus....warum bist du nicht verheiratet...warum hast du nur ein Kind, wenn du doch gar nicht verheiratet bist...warum, warum, warum

In Kenya ist man - und will man als Frau verheiratet sein. Man will viele Kinder haben - das ist ein Status Symbol. Die einzigen Gründe, warum man in Kenya als Frau nicht verheiratet ist, sind: man ist körperlich behindert oder eine Hexe....nun, was bin ich dann wohl? 😜 

Aus diesen Gründen bleiben wir lieber bei ausgetauschten Höflichkeiten an der Oberfläche, an der man lieber nicht kratzt. So beschnüffeln wir einander, lachen (zwar zum gleichen Zeitpunkt, aber wahrscheinlich über unterschiedliche Dinge) und begegnen uns respektvoll auf Distanz und werden nie ganz schlau von einander.

Insgesamt bin ich nach 13 Jahren Afrika-Erfahrung überzeugt: ich weiß schon sehr viel, wenn ich mir eingestehe, dass ich jämmerlich wenig weiß.

Jambo Kenya!


Dienstag, 29. August 2023

Es ist Zeit....




Nach zweieinhalb Wochen ist es Zeit die Koffer zu packen. Ja, ich fühle, es ist Zeit nach Hause zu fahren...in den Kontinent, der berechenbar und vorhersehbar ist. Als Europäerin brauche ich das.

Kenia ist Kenia. Und Kenia ist in Afrika. Und man soll nicht den Fehler machen und diesen Kontinent verwestlichen zu wollen. Denn genau darin liegt das Geheimnisvolle und Außergewöhnliche an Kenia - es ist afrikanisch und afrikanisch ist und soll nicht europäisch sein. Es liegen ja auch schließlich einige Kilometer zwischen unseren Ländern. 

Trotzdem, nach einiger Zeit sehnt man sich nach der eigenen Welt, die man gewohnt ist und mit der man vertraut ist. Ich ertappe mich bei immer mehr Kopfschütteln und Missbilligung, die mir gar nicht zusteht. Aber für uns Europäer/innen ist es nun einmal schwer, diese Unberechenbarkeit und Unstrukturiertheit dieses Landes kommentarlos zu Kenntnis zu nehmen. Ein Beispiel? Gerne.

Offizieller Schulstart hier war gestern. Und doch sind nun plötzlich einige Kinder zu Hause und können nicht zur Schule. Warum? Die kenianische Regierung hat einige Lehrergehälter nicht ausbezahlt und deshalb haben einige Schulen beschlossen, die Ferien spontan zu verlängern. Was das bedeutet, könnt ihr euch vorstellen.... Wir im Amadeus mussten also spontan die Wochenpläne der nannies ändern, den Transport für unsere Kinder, die alle in verschiedene Schulen gehen, verschieben und so weiter...Wie soll man so planen können? Aber das sehe ich nun einmal durch meine europäischen Augen. Kenianische Augen bringen das mit dem wohlwollenden "Hakuna matata" unter.

Auch das Klima wird hier mit anderen Augen gesehen und gefühlt. Matron, unsere Hauptnanny, hängt sich Decken untertags um und jammert, dass es so kalt ist... Es hat 28 bis 30 Grad. Als ich sie um dünne Leintücher für Ossi und mich zum Zudecken bat, rückte sie dicke Daunendecken heraus mit dem Kommentar: in der Nacht ist es eiskalt. Osman, der askari und Gärtner im Amadeus, erzählte mir, er würde zum Duschen Wasser heiß machen und danach wäre ihm auch so kalt. Tja, aus kenianischer Sicht ist das auch sicher so....

In den letzten zwei Tagen gab es in ganz Kenia kaum Strom. Als sich nun meine Akkus (Handy, Tablet, elektronische Zahnbürste) alle leerten, ich kein Geld mehr beheben konnte, denn auch ein Bankomat braucht Strom und aus dem Wasserhahn wieder einmal kaum Wasser kam, übermannte es meine Seele mit den Worten: "I wü ham!"

Und dann tanzen uns unsere Kinder am letzten Abend ihre Hitparade vor mit ihren einzigartigen, afrikanischen Hüftschwung .... und dann ist doch wieder alles in Ordnung und "Hakuna matata" hat wieder seine Berechtigung!





Sonntag, 27. August 2023

Chakula! Ugali versus Schnitzel

Eine Freundin, die hier schon lange wohnt, sagte einmal zu mir:" und dann ißt man hier halt das, was man hier so ißt...". Ja, was ißt man in Kenia? Eines ist klar: nicht alle haben zu essen und die meisten können sich nicht aussuchen, was sie essen. Unsere Kinder, die Verwandte im Land haben, gehen sie einmal pro Jahr besuchen. Nicht selten bekommen wir schon nach wenigen Tagen Anrufe, dass sie Hunger haben und so schnell wie möglich wieder zurück ins Amadeus kommen wollen. Unsere Kinder haben Gott-sei-Dank genug zu essen im Amadeus. Wir bauen Gemüse selber an und haben auch Hühner, Hasen und Ziegen, die bei besonderen Festen geschlachtet werden. Die Tiere leben mit den Kindern und können sich frei am Grundstück bewegen. 




Ein anderer Freund, der auch seit Jahren hier lebt, hat mir bei einer Gelegenheit gesagt:" In Kenia sollst du nur das essen, was zu Tode gekocht und drei Mal zuvor erschlagen wurde." Nun, generell kann man sagen, man ißt einfache und simple Speisen... Man könnte es mit Trennkost vergleichen. Das Grundnahrungsmittel, mit dem die Bevölkerung ernährt wird, ist Ugali - eine Mehlpampe: In kochendes Wasser kommt Mehl hinzu und man wartet bis es verdickt...fertig. Gewürze wie Salz oder Pfeffer oder Ähnliches werden im Wesentlichen nicht verwendet. Ugali ist auf jedem Teller zu sehen, zumeist mit "Greens", einem Gemüsegatsch. Es wird mit Fingern gegessen: man nimmt ein wenig Ugali, rollt es zu einem Bällchen und daran klebt dann das Gemüseallerlei oder Bohnen oder Kraut. Manchmal nimmt man auch einen Löffel. Unsere Kinder können alle kochen und lieben es, gemeinsam zu kochen.









Hier sind die Speisen, die ich im Amadeus in diesen Wochen gegessen habe:

Erdäpfel mit anderem Gemüse und Kochbananen

Bohnen mit Mais

Zur Jause: Passion Fruit

Pillau - das Festgericht

Das sind so Art Krapfen.

Italiener bitte wegschauen: das versteht man hier unter Spaghetti...Scusate!

Das ist Ugali, das Nationalgericht

Reis mit Bohnen

Reis mit so Art Linsen

Pillau
Pillau

Das Festgericht Pillau ist eine Art Reisfleisch. Das gibt es zu Weihnachten oder auch anderen Anlässen.

Wir wollten die Kinder einmal zu einem Schnitzel verführen....sie probierten davon zögerlich und meinten dann: "also wir präferieren Ugali!"